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5. Woche
9. März bis 15. März 1945:
von Swinemünde bis Rey.

29) 9. März Freitag. Auch diesen Tag im
Walde gehalten. Gegen Abend ging es Rich-
tung Swinemünde.

30) 10. März In der Nacht ging es über die
Fähre1. Frau N. vergaß mit Werner das
Aussteigen und es ging ans Suchen. Wir
hielten ein paar Stunden in den Anlagen.
Frau Sch. stirbt und begraben
sie auf dem nächsten Friedhof. Quartier
im Barackenlager Dargen. Suppe gab
es aber kein Brot. Für die Pferde gelang
es noch immer, das nötigste Futter zu beschaffen.
In Swinemünde kauften wir Kohl. H's
Pferde hatten in der Nacht vom nächsthalten-
den Wagen einn Sack Gerstenkleie rausge-
fressen. Das Futter war alle, die Pferde ließen
wir auf einem Roggenfeld grasen.

31) 11. März Sonntag. Schönes Wetter. 30 km
über Usedom nach Ziet[h]en. Quartier bei
Graf von Schwerin. Morgens Nudelsuppe.
Abends Rotkohlsuppe. Besonders dünn war
die ganze Tagesverpflegung. In der Scheune
haben wir geschlafen zwischen großbrarche-
rischen2 pommerschen Volk. Heu gestohlen.
Fliegerangriff auf Swinemünde 1 Tag nach
Durchfahrt.

32) 12. März Morgens ¼ Pfund Brot pro Mann
empfangen und dünnen Kaffee. Haferempfang
sehr umständlich, wir werden weitergelei-
tet über Anklam. Vor Abfahrt Kartoffel
gebettelt. Quartier bei Dudy Breetzen3 seit-
lich 2 km Pflasterstaße. Hatten im Hause
ein Stübchen mit Schlafgelegenheit. Bonbon
und Pudding gekocht. Kartoffel und Roggen-
schrotmehl gekauft.

33) 13. März Über Lieben4 Krs. Anklam ca.
15 km gefahren. Nebliges Wetter, früh ins
Quartier, Fliegerhorst Jarmen. Im Städtchen
hat Else Quark, Kümmel und Tee gekauft.
In einer von Bomben zerstörten Flugzeug-
halle auf dem Wagen übernachtet. Die
meisten Hallen und das Gelände war vor
1 Jahr beim Bombenangriff zerstört.

34) 14. März Morgens startete ein Flugzeug
von dem Flugplatz nach Heiligenbeil. In der
Stadt gabs Brot und Hafer. Unterwegs
fuhr unseren Wagen ein Militärauto
an. Sielen und Deichsel kaputt. Zeitig ins
Quartier. Der Schmiedemeister brachte wieder
alles in Ordnung. Stadtsiedlung Krs.
Demmin im großen Waschkessel kochten
wir Pellkartoffeln mit Specksoße.

35) 15. März Vor Abfahrt kochten wir uns
Kartoffelsuppe und in Dargen5 gab es
pro Person 1 Brot. Beim Fahren hatten
wir wieder Pech. Beim Überholen ging
es gegen einen Baum und das Dach
riß tüchtig runter. Durch Zusammen-
nageln und Umschnüren mit der Leine
ging es weiter nach Rey, 2400 Morgen. Wir
schliefen im Stall. Es gab keine allgemei-
ne Verpflegung. Wir machten Bratkartoffeln
und Speckmus. Es gab Milch zum Puddingkochen.



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Rolf Jehke, Herdecke.
Zuletzt geändert am 1. 4. 2012.