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4. Woche
2. März bis 8. März 1945:
von Treptow bis vor Swinemünde.

22) 2. März Blieben bis 1 Uhr im Quartier.
Pferde beschlagen. In der Mühle gelang
es nach vielem Zureden 20 Pfund Mehl und
beim Bäcker 6 ½ Brote zu empfangen.
Im Geschäft gab's auf Nährmittelkarten
einiges zu kaufen. Am Nachmittag wütete
ein Orkan. Die Fahrt war grauenhaft.
H.'s Vorderrapp machte nicht mehr.
Er blieb am Chausseegraben und graste
im dürren Gras. 6 Uhr Quartier in Parpart.
Es gab den Tag keine Verpflegung. Zum Glück
hatten wir für alle Brot eingehandelt. Und
kochten uns selbst Mehlsuppe.

23) 3. März Abfahrt 10 Uhr. Anfangs gute
Fahrt, dann halten und warten. Abends 10
Uhr kamen wir in ein Kirchdorf Baum-
garten
. Im Pfarrhaus im Saal auf Stroh
geschlafen. Kein Essen empfangen, nur ein
Stückchen Brot gegessen. Zu unserem Treck
gehörten 24 Personen. Es hatten sich uns einige
Wagen zugesellt, zusammen 44 Personen.

24) 4. März Sonntag. 9 Uhr Abfahrt. Schneeschlag.
Bald nach Mittag stundenlang im Walde
gehalten. Viel Wehrmacht auf der Straße, die
Kurllanddivision rollte an. Wir wurden
seitwärts durch den Wald geleitet. Wald 9 &ndash: 10
km lang. Um 10 Uhr erreichten wir Stegwitz1.
Auf der Straße gehalten, im Wagen geschlafen,
Verpflegung miserabel.

25) 5. März Morgens Brot empfangen. Wir
suchten ein Haus, wo wir Kaffee brühen und uns waschen
konnten. G.'s Fuchs machte schlapp, wegen
Lahmheit. Er blieb im Ort beim Siedler. Nun
fährt der Wagen einspännig. Außerhalb der
Stadt Heu vom Berg geholt und Hafer für
2 Tage empfangen. Bis 1 Uhr Fahrt gut,
dann kam Wehrmacht. Dazwischen stunden-
langes Halten. Um Mitternacht sind wir
in Wollin über die Brücke gefahren
und dann im nächsten Ort gegen Morgen
angekommen. Kaffee gekocht und Erbsensuppe.
Um 8 Uhr gings wieder auf Tour nach-
dem an unserem Wagen das Dach fertig
gemacht war, das in der Nacht abriß.

26) 6. März Nach 5 Minuten Fahrt wurden in
unseren Wagen Frauen und Kinder 12 Personen
eingeladen. Nach einigen Minuten hielt
der Treck stundenlang und die Mitfahrenden
stiegen wieder aus. Jenseits Wollin soll der Russe
sein. Wir hielten im Walde den ganzen Tag
und Nacht. In der Waldmulde sonnten wir
uns.

27) 7. März Am Vormittag ein paarmal
mit den Wagen ein Stückchen gerückt. Im
Wald im Graben Feuer gemacht, Kartoffel
gekocht und gebraten. 2 Tage keine Ver-
pflegung empfangen. Das Brot geht
langsam zu Ende. Vom Weiterfahren
wurde nichts. Bei Schneegestöber ging der
Tag zu Ende. Wir verbrachten die vierte
Nacht sitzend im Wagen.

28) 8. März Morgens ½ km weiter gerückt,
dann gehalten. Wir gingen 2 – 3 km Richtung
Swinemünde und versuchten Essen zu em-
pfangen. Aber es gab nichts. Aber ein paar
Kartoffel konnten wir erobern. Wir kochten
sie am Wegrand mit Reisig aus dem
Walde. Nacht über im Walde gehalten.



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Rolf Jehke, Herdecke.
Zuletzt geändert am 14. 6. 2011.