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3. Woche
23. Februar bis 1. März 1945:
von Klein Machmin nach Treptow.

15) 23. Febr. Bis 2 Uhr gute Fahrt, dann kam
die Sorge mit dem Quartier. 2 ½ Stunden haben wir
gehalten, wurden hin- und hergeschickt.
Bei Dunkelheit wurden wir endlich auf-
genommen. Pustamin ein großes Dorf und
Gut. Bekamen einen Raum und haben
auf der Erde leidlich geschlafen.

16) 24. Febr. Wir kochten uns morgens einen
großen Topf Kartoffel und haben vor Abfahrt gut gegessen. Von ½ 11 Uhr bis 2 Uhr gings
vorwärts, dann kam Kontrolle und wir
wurden langsam weitergeschoben. Dann
ging es seitwärts bis Siedkow. Bei einer
Frau Bredow, ein altertümliches Haus mit
Stroh gedeckt und vielen unausgenutzten
Räumen. Die Frau mit Schwiegertochter und
Kind setzten uns zum Abendbrot Kartoffeln
und Schweinefleisch auf den Tisch, das herrlich
schmeckte.

17) 25. Febr. Sonntag Morgens wurde uns ein
gutes Frühstück vorgesetzt. Fahrt bei Sonnen-
schein über Rügenwalde, Richtung Köslin.
Wieder Sorge ums Quartier. Es wurde schlecht
Wetter, Schnee und Sturm. Nach stundenlangem
Halten und Suchen gelang die Unterkunft
in einer Abbau Siedlung in Zuchen, im
Stall geschlafen.

18) 26. Febr. Es hat die ganze Nacht gestürmt
und geregnet. Otto war tags zuvor beim Quar-
tiersuchen bös verregnet und fühlte sich nicht
wohl. Ich ging mit Siedler P. ins Dorf
wegen Ruhetag und Verpflegung. Dies
gelang auch und war gut so, denn
Oma Th's letztes Ende kam. Sie
starb am Vormittag und wurde
am Nachmittag auf dem Friedhof
begraben, Zuchen, Krs. Köslin.

19) 27. Febr. Um 9 Uhr begann die Fahrt,
25 km. Über Köslin nach Wolfshagen,
ein primitives Zimmer mit Strohlager.
Kaffee und Milch reichte.

20) 28. Febr. Nach 25 km Fahrt bekamen
wir zeitig Quartier vor Kolberg im
Offiziersheim im Garderobenraum auf
Strohlager, keine Sitzgelegenheit. In dem
selben Quartier waren auch die Rosocker1.
Wrukensuppe2.

21) 1. März Durch Kolberg ging es bis
Treptow. Am Weg zählten wir 18 tote Pferde.
Viel Sturm, kamen spät abends ins Quartier
Vorstadt Treptow. 2 alte Leutchen nahmen
uns in ihrem Eßzimmer auf wo wir
auf der Erde geschlafen haben.



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Rolf Jehke, Herdecke.
Zuletzt geändert am 9. 7. 2011.